Re: Gut Karnitz, Neides & Nitznow


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Abgeschickt von Bettina Röhl am 11 Januar, 2004 um 20:11:13

Antwort auf: Re: Gut Karnitz, Neides & Nitznow von Bettina Röhl am 11 Januar, 2004 um 19:58:39:


Sehr geehrter Herr Götz von Elbe,


Ich habe etwas schriftliches über Ihre Familie gefunden: Mein Urgroßvater Johannes Meinhof schrieb 1935 in seinen Erinnerungen, dass er als junger Pfarrer in Karnitz eine Stelle bekam. Es war das Jahr 1889. Er schrieb:

"Karnitz war Dorf und zwar entlegenes Dorf in Hinterpommern, wenn auch noch nicht die Kassubei. Ganz einfach war das nicht......... ( )...Wir reisten an einem Abend ab..... Dann ging die Fahrt bis Treptow an der Rega, von wo uns die letzten Kilometer der von Elbesche Wagen abholte. Aber nun waren auch die Kräfte der drei Kinder erschöpft. Sie brüllten alle drei, und alle zehn Minuten mußte eins aussteigen. Kutscher Schrweide ein ganz wohlerzogener herrschaftlicher Kutscher konnte nur mit großer Mühe später ein Lächeln unterdrücken, wenn er uns mit den Kindern sah.

Von Elbes nahmen uns in der liebenswürdigsten Weise auf, bis unsere Sachen kamen. Frau von Elbe, eine geb- Gräfin Wartensleben aus Schwiersen und die älteste Tochter Alexandrine, beide zur altlutherischen Kirche gehörig, haben uns zu allen Zeiten viel Liebes erwiesen....... ( )"

An einer andere Stelle berichtet er sehr ausführlich über einen Rechtstreit seines Vorgängers mit Herrn von Elbe berichtet über die Reparaturkosten für das Pfarrhaus. Herr von Elbe hatte einen Teil des Pfarrhauses zum Dorfkrug gemacht und wollte für das neue Pfarrhaus die Reperaturkosten nicht zahlen, muss es am Ende aber auf Betreiben des Dorfes und meines Urgroßvaters dann doch. Johannes Meinhof schrieb dazu:

"Sehr schmerzlich war für uns, dass diese rein rechtliche Pflichtsache uns einem Manne entfremdete, dessen Familie uns viel Freundlichkeit bewiesen hatte. Gauger hatte ja recht, wenn er sagte, :" Er ( Herr von Elbe) ist ja zu dumm!" Er ist ja zu mir gekommen und sagte: "Sehen Sie, welche Gemeinheit der Pastor hier gegen mich unternimmt. Worauf ich ihm sagte: "Herr von Elbe", der Pastor hat ja ganz recht!" Er hatte also nicht mal verstanden, daß ich die Sache der Gemeinde gegen ihn führen mußte...Durch erschütternde Ereignisse ist die Verständigung mit der Familie wieder geschehen. Der eine Sohn auf dem Nebengut in Neides hatte das Unglück, die Wirtin dort tödlich zu verletzen. Sie kam, als wir in Stettin waren, dort ins Krankenhaus. Ich besuchte sie und die Sterbende erklärte mir, der Junge Herr sei ganz unschuldig. Es sei ein reiner Unglücksfall gewesen. Das schrieb ich nach Karnitz, und diese Aussage trug natürlich nicht wenig bei zu einer milden Behandlung des Falles. Frau von Elbe kam zum Begräbnis der Frau nach Stettin und die sehr vornehme Dame ging zu Fuß von der Kapelle bis zu dem Friedhof durch die Strassen hinter dem Sarge. Sie sagte mir: Sie haben sehr treu an uns gehandelt"

Die Zitate stammen aus den aufgeschriebenen Lebenserinnerungen meines Urgroßvaters Johannes Meinhof "Eindrücke in meinem Leben" und sind Ihnen übersandt worden von dessen Urenkelin Bettina Röhl.

Es würde mich freuen von Ihnen zu hören, ob Sie mit den Erzählungen etwas anfangen können und ob die betreffenden Familienmitglieder der Elbes mit Ihnen verwandt sind.

Mit freundlichen Grüßen
Bettina Röhl

www.bettinaroehl.de


: Letzte Gutsherrin von o.g. Gütern war meine Großmutter, Ruth Veronika von Elbe, geb. von Reichel (+ 2002). Sie brachte mit dem Treck 1945 eine Vielzahl von Menschen vom Gut und aus dem Dorf in den Westen.
: : Wer kann sich noch erinnern oder ist im Besitz von alten Fotos, Niederschriften ect.

: : Mit freundlichen Grüßen

: : Götz von Elbe




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